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Der Druck wächst wieder in mir und ich weiß kein Ventil. Nur eins und das darf ich nicht tun. Sven hat mir doch schon alle scharfen Gegenstände weggenommen.

Aber das ist das einizige, was funktioniert.

Es ist, als würde ich in der Mitte durchreißen. Ein riesengroßes Loch, das in meiner Brust klafft.

Ich fühle mich wie in einem Schwebezustand; wie in einer Luftblase. Abgeschnitten von der Außenwelt; atme meine eigene Luft.

Die anderen können mich nicht erreichen. Ich kann die Regentropfen auf dem Fenster sehen, aber nicht hören, dass jemand mit mir spricht.

Und ich weiß, er könnte mich fliegen sehen und auch mit einem Wort zum Absturz zwingen. Aber dafür müsste er sich für mich interessieren.

Alle paar Tage sehe ich sein Bild und in meinem Innersten liefern sich Hoffnung, Liebe und Wut, gemischt mit Hass einen Kampf, der körperlich spürbar ist. 

Aber inzwischen ist es nicht nur er, der mich aus der Bahn wirft. Mein Vater hat das Trinken wieder angefangen. Meine Familie bricht auseinander und ich stehe mitten dazwischen und kann nichts dagegen tun.

Ich frag mich die ganze Zeit, warum ist er so dumm? So geht es nicht weiter. Ich stehe hier mit meinen beiden Füßen im Leben und sehne mich nach Freiheit.

Und an Tagen, wie heute, wo ich allein bin und niemand da ist, der an meiner Seite ist, der mir helfen kann, dann versinke ich in Depressionen und kann keine 2 m weiter denken. 

Sie sagen Zeit heilt die Wunden. Aber ich verliere die Geduld! Es wird nicht besser. Tagelang geht es gut und nichts geschieht. Und dann fährt es vom Himmel hernieder, wie ein Blitz und trifft mich im Innersten; zerreißt mich in der Mitte und ich muss all meine Kraft aufwenden, um die Stücken meines Herzens zusammen zu halten. 

Ich rieche die Hautcreme im Badezimmer und denke an Spanien. Plötzlich ist alles wieder da. Augelöst durch einen Geruch. Ich schließe unweigerlich die Augen und fühle wieder den Sand unter meinen Füßen; den Regen, der meine Knöchel umspült und die Tränen auf meinem Gesicht. Kann kaum atmen, weil das Schluchzen mir jede Möglichkeit nimmt, Luft zu holen.

In meiner Brust zerspringt alles und der Schmerz ist körperlich spürbar. Dann öffne ich die Augen und stehe im Badezimmer, mit einem zerborstenen Tigel Creme zu meinen Füßen und ich fühle mich der Realität so fern, als wäre ich auf einem anderen Planeten aufgewacht.

Danach ist es einfach nur kalt und es kostet mich jede Kraft, die ich irgendwie aus mir herauspressen kann, nach außen hin zu tun, als wäre alles gut. 

An Tagen wie heute fühlt es sich an, als würde jeder mir die Schuld für alles geben! Mein Verstand - ich verlier ihn. 

Ich hab das Gefühl, mir wird sogar die Schuld für die Erdgravitation gegeben! Dabei gebe ich doch wirklich alles, um es jedem recht zu machen. 

Ich würde so gern alles loslassen, aber ich bin zu sehr damit verwachsen...

22.5.09 14:32





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